Obst- und Gartenbauverein Tübingen e.V.
Obst- und Gartenbauverein Tübingen e.V.

Streuobstsorte des Jahres

Streuobstsorte des Jahres 2012 -

Rosenapfel vom Schönbuch

 

Der Rosenapfel vom Schönbuch,
auch als Kernrosenapfel oder Wilder
Rosenapfel bezeichnet, verdankt
seinen Namen der attraktiven, roten
Farbe, die zum Reinbeißen verleitet.
Der Geschmack des Tafelapfels ist
gut und seine lange Lagerfähigkeit
ein Pluspunkt. Für typische
Schorflagen ist die Apfelsorte aber
nicht zu empfehlen.

 

Herkunft: Aller Wahrscheinlichkeit ist der Rosenapfel vom Schönbuch ein
Zufallssämling aus Schönaich im Schönbuch (Landkreis Böblingen).

 

Baum: Der Baum kann als stark wachsend bezeichnet werden, da er kräftige,
einjährige Triebe ausbildet. Die einjährigen Triebe verzweigen sich hauptsächlich im
Spitzenbereich und es ist somit eine gewisse Neigung zur Verkahlung der Äste
vorhanden. Das vitale Wachstum des Rosenapfels vom Schönbuch spricht für eine gute
Verwendung in der freien Landschaft. In typischen (feuchten) Schorflagen ist die Sorte
weniger geeignet, da eine Anfälligkeit gegen Apfelschorf besteht.

Ansonsten ist der Baum robust und stellt relativ geringe Anforderungen an den
Standort, wobei Staunässe zu vermeiden ist.

 

Blüte: Die späte Blüte bedingt eine geringe Frostanfälligkeit. Der Fruchtertrag setzt erst
spät ein, ist dann aber reichlich. Wegen einer gewissen Alternanzanfälligkeit sind keine
regelmäßigen Erträge zu erwarten.

 

Frucht: Die Frucht ist mittelgroß und unregelmäßig rund. Typisch ist eine Berostung in
der Stielregion und eine leichte Rippung im Kelchbereich. Auch fallen die hellen
Lentizellen auf. Das weißliche, feste Fruchtfleisch ist häufig mit roten Adern durchzogen
und wenig saftig. Der Geschmack wird als weinsäuerlich bezeichnet.


Pflückreife: Der Rosenapfel vom Schönbuch reift im Oktober und ist Ende diesen
Monats genussreif. Die Lagereigenschaften sind sehr gut und in einem kühlen Keller bis
Mai möglich.


Verwendung: Aufgrund der langen Lagerfähigkeit und des ordentlichen Geschmacks
ist die Verwendung als Tafelapfel vorgegeben. Durch die nur mäßige Saftigkeit hat die
Verwertung für Apfelsaft und Most eine eher geringe Bedeutung.

 

Bei Bedarf ist über den LOGL ein digitales Bild vom Rosenapfel vom Schönbuch zu beziehen!

 

Text: Rolf Heinzelmann, LOGL

Abbildung: LOGL

Streuobstsorte des Jahres 2013 -
Paulsbirne


Kochbirnen bereicherten früher den einseitigen Speiseplan im Winterhalbjahr.
Sie waren beliebt als Hauptgericht, zusammen mit Mehlspeisen serviert, oder auch als Dessertfrucht. Meist sind Kochbirnen eher großfrüchtig und es fehlt ihnen an Gerbsäure.
    
Die genannten Merkmale treffen auch
auf die Paulsbirne zu, die so mit Fug
und Recht zu dieser selten gewordenen Gruppe zu zählen ist.
Für den Streuobstanbau ist diese Sorte aber empfehlenswert, da der Baum eine landschaftsprägende, große Krone ausbildet und langlebig ist.

Die Paulsbirne ist wenig krankheitsanfällig und stellt keine großen Anforderungen an den Standort.

Die genaue Herkunft der Birne ist nicht bekannt, von Metzger 1847 und Lucas  1854 ist sie bereits beschrieben worden.

Die Paulsbirne ist noch häufiger in Nordbaden und im württembergischen Raum um Brackenheim, Besigheim und Weinsberg herum zu finden.

Die Frucht ist spät reifend, mittelgroß, stumpf kegelförmig. Schale mattgelb, sonnenseits hell- bis dunkelrot, feine, graubraune Schalenpunkte, leicht berostet.
Das Fruchtfleisch ist grünlich bis gelblich weiß, grob, sehr saftig, süß mit wenig Säure.

Aufgrund dieser Eigenschaften ist die Kochbirne auch zum Verzehr geeignet,
obwohl es noch wohlschmeckendere Tafelbirnensorten gibt.
Die Paulsbirne bringt hohe, regelmäßige Erträge.
Baumreife ist Ende Oktober, Genussreife ab Dezember bis Ende März.

Bei Bedarf ist über den LOGL ein digitales Bild von der Paulsbirne zu beziehen!

Text: Rolf Heinzelmann, LOGL
Abbildung: Dr. Walter Hartmann

Literaturangaben
Eine ausführliche Sortenbeschreibung findet sich im „Farbatlas Alte Obstsorten“ von
Dr. Walter Hartmann und Eckhart Fritz, der im Verlag Eugen Ulmer erschienen ist.

Streuobstsorte des Jahres 2014 -
Apfel Französische Goldrenette

Die Französische Goldrenette ist ein Geheimtipp für alle, die auf einen sehr guten, würzigen Geschmack Wert legen. Mit der bekannteren und ebenfalls wohlschmeckenden Sorte Goldparmäne hat die Französische Goldrenette die früh einsetzende, gute Fruchtbarkeit aber auch die dadurch bedingte Pflegeintensität gemein.

Nur auf guten Böden, bei optimaler Bewässerung und Pflege erreicht die Französische Goldrenette ihre ganze Qualität.
Allerdings ist die Sorte, die wie der Name vermuten lässt, ursprünglich aus Frankreich stammt, wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge.
Dies macht sie auch als Liebhabersorte für den Garten interessant.

Grundsätzlich ist auch eine Verwendung als Halb- oder Hochstamm in Obstwiesen möglich. Dies setzt aber eine konsequente Kronenerziehung, insbesondere einen regelmäßigen Erhaltungsschnitt voraus.

Die Frucht der Goldrenette ist eher klein bis maximal mittelgroß und regelmäßig plattrund. In unseren Obstwiesen kommt sie nur noch vereinzelt vor, da hier Tafelobst eine untergeordnete Rolle spielt.

Gegen die typische Kleinfrüchtigkeit hilft eine nicht zu schwache Unterlage, rechtzeitige Ausdünnung und regelmäßige Verjüngung des Fruchtholzes.

Die Grundfarbe des Apfels leuchtet gelb mit rundum rot verwaschenem Unterton.
Typisch sind viele grünbraune Lentizellen, eine flache, halb bis ganz geöffnete Kelchgrube und auffallend schmale Blätter.

Die Frucht wird ab Anfang bis Mitte Oktober geerntet und bleibt im Naturlager bis Ende März genussreif.

Bei Bedarf ist über den LOGL ein digitales Bild von der Französischen Goldrenette zu beziehen!

Text: Rolf Heinzelmann, LOGL
Abbildung: Dr. Walter Hartmann

Literaturangaben
Eine ausführliche Sortenbeschreibung findet sich im „Farbatlas Alte Obstsorten“ von
Dr. Walter Hartmann und Eckhart Fritz, der im Verlag Eugen Ulmer erschienen ist.

 

 

Herkunft:

 

Verbreitung:

 

Baum:

 

Blüte:

Frucht:

Reifezeit:

Erträge:

Eignung:

Betrieb Benjamin Klumpp, Achern – Mösbach (Baden).

Hauptsächlich Achertal, Renchtal, aber auch in anderen Landesteilen.

Mittel bis stark wachsend, aufrecht bis steiler Wuchs, großkronig.

Spät, lang anhaltend, relativ frostwiderstandsfähig.

Kleine Brennkirsche, schwarz bis schwarzbraun, festfleischig,

saftig, stark färbend, aromatisch, sehr hoher Zuckergehalt, platzfest.

5. bis 6. Kirschenwoche.

Hoch und regelmäßig, bei Vollreife schüttelbar.

Wertvolle Brennkirsche, durch späte Blüte sehr ertragssicher,

vitaler, landschaftsprägender Baum.

Bei Bedarf ist über den LOGL ein digitales Bild von der Brenn- und Schüttelkirsche Benjaminler zu beziehen!

Text: Rolf Heinzelmann, LOGL, Abbildung: Heinz Zimpfer

Literaturangaben

BdB, Handbuch Obstgehölze, Fördergesellschaft "Grün ist Leben" Baumschulen mbH,

Bismarkstr. 49, 2080 Pinneberg 1985

Brenn- und Schüttelkirsche Benjaminler

2015 steht die Brenn- und Schüttelkirsche „Benjaminler“ im Fokus.

Bereits im Jahr 2000 war die Brennkirsche „Dolleseppler“ zur Streuobstsorte

für Baden-Württemberg gekürt worden.

Interessant ist, dass die Sorte Benjaminler ebenfalls aus Mösbach stammt.

 

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